Tierärztliche Verhaltenstherapie für Hunde
Eine Verhaltenstherapie für Hunde kann sinnvoll sein, wenn Angst, Aggressionsverhalten, starke Unruhe oder Probleme beim Alleinbleiben Ihren Alltag belasten. Vielleicht hat sich das Verhalten Ihres Hundes plötzlich verändert. Vielleicht besteht das Problem schon länger und hat sich trotz Training nicht verbessert.
Verhaltensprobleme können jeden Hund betreffen – unabhängig von Herkunft, Alter oder bisherigen Erfahrungen. Als Tierärztin berücksichtige ich neben Verhalten und Lernerfahrungen auch mögliche Schmerzen, Erkrankungen und andere körperliche Einflüsse.
Bei welchen Verhaltensproblemen von Hunden kann ich helfen?
Eine tierärztliche Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, wenn das Verhalten Ihres Hundes ihn selbst oder Sie im Alltag belastet. Viele Hunde zeigen mehrere Probleme gleichzeitig. Die folgende Übersicht nennt häufige Verhaltensprobleme bei Hunden und ist nicht vollständig.
Angstprobleme bei Hunden
Kann Ihr Hund nicht allein bleiben, bellt oder jault er beim Alleinsein oder zerstört Gegenstände, weil er unter Trennungsangst leidet? Weitere häufige Themen sind Angst vor Menschen, Kindern oder anderen Hunden.
Auch Geräuschängste wie Angst vor Gewitter, Silvester oder lauten Geräuschen kommen häufig vor. Manche Hunde haben zudem Angst vor dem Autofahren, vor Treppen, glatten Böden, bestimmten Orten oder einzelnen Alltagssituationen.
Aggressionsprobleme bei Hunden
Knurrt Ihr Hund Menschen oder andere Hunde an? Schnappt oder beißt er in bestimmten Situationen? Auch Aggression beim Spielen oder Anfassen, Konflikte im Mehrhundehaushalt, unerwünschtes Territorialverhalten und die Verteidigung von Futter, Spielzeug, Liegeplätzen oder Bezugspersonen können Anlass für eine Beratung sein.
Aggressionsverhalten kann situationsangemessen auftreten oder krankhaft übersteigert sein. Auch Schmerzen, Angst oder andere Verhaltensprobleme können dazu führen, dass ein Hund Aggression gegen ein anderes Ziel richtet. Aggression bei Hunden sollte deshalb immer ernst genommen und abhängig von Ursache, Ausprägung und individuellem Risiko beurteilt werden.
Zwanghaftes oder stereotypes Verhalten beim Hund
Jagt Ihr Hund häufig seinen Schwanz, beißt hinein, läuft wiederholt im Kreis oder fixiert Licht und Schatten? Auch zwanghaftes Lecken oder Putzen, Flankensaugen und andere stereotype Bewegungsabläufe sollten genauer untersucht werden.
Bei bestimmten Rassen treten einzelne Formen gehäuft auf, etwa Flankensaugen beim Dobermann oder zwanghaftes Kreisdrehen beim Schäferhund. Auch Allergien, Juckreiz, Schmerzen, Leckdermatitis oder Fellverlust können mit solchen Verhaltensweisen zusammenhängen. Eine verhaltensmedizinische Abklärung und Unterstützung kann auch bei solchen Themen hilfreich sein.
Unsauberkeit und unerwünschtes Markierverhalten beim Hund
Wird Ihr Hund plötzlich oder wiederholt unsauber, setzt Urin oder Kot in der Wohnung ab oder markiert im Haus? Auch Urinverlust bei Aufregung, Begrüßung oder Unsicherheit sollte medizinisch abgeklärt und anschließend entsprechend der Ursache behandelt werden.
Gerne unterstütze ich Sie außerdem beim Training der Stubenreinheit bei Welpen, Junghunden oder Hunden aus dem Tierschutz.
Probleme im Alltag mit dem Hund
Zu den häufigen Alltagsproblemen gehören übermäßiges Bellen, das Zerstören von Gegenständen zu Hause, Futterverweigerung, mäkeliges Fressen, ständiges Betteln um Futter oder das wiederholte Fordern von Aufmerksamkeit. Auch das Fressen von Steinen oder anderen unverdaulichen Dingen kann körperliche oder verhaltensmedizinische Ursachen haben.
Manche Hunde haben Schwierigkeiten beim Autofahren, etwa aufgrund fehlender Gewöhnung, Übelkeit oder belastender Erfahrungen. Auch nach einem Verkehrsunfall kann ein Hund plötzlich Angst vor dem Autofahren entwickeln, nicht mehr einsteigen wollen oder während der Fahrt starke Unruhe zeigen.
Unerwünschtes Jagdverhalten beim Hund
Jagt Ihr Hund Wild, Katzen, Vögel, Fahrräder, Fahrzeuge oder andere bewegte Reize? Ist er beim Anblick möglicher Beute kaum noch ansprechbar oder lässt er sich nicht zuverlässig zurückrufen?
Jagdverhalten gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire des Hundes. Wie stark es ausgeprägt ist, hängt unter anderem von genetischer Veranlagung, bisherigen Erfahrungen und Lernerfolgen ab. Problematisch wird es, wenn der Hund sich oder andere gefährdet oder Spaziergänge nur noch unter erheblichen Einschränkungen möglich sind.
Unruhe, Übererregung und Hyperaktivität
Kommt Ihr Hund kaum zur Ruhe, wirkt er ständig aufgedreht oder reagiert er auf kleine Reize sehr heftig? Manche Hunde fiepen, winseln oder bellen viel, laufen ständig umher, schlafen zu wenig oder können sich nur schwer entspannen.
Nicht jeder unruhige Hund ist tatsächlich hyperaktiv. Deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, ob Übererregung, Stress, mangelnde Ruhe, Schmerzen, ungünstige Tagesabläufe oder andere Ursachen beteiligt sind.
Impulskontrolle und Frustrationstoleranz
Kann Ihr Hund schlecht warten oder sich bei Futter, Spiel, Besuch, anderen Hunden oder bewegten Reizen kaum zurückhalten? Springt er Menschen an, zieht ständig an der Leine, stürmt sofort los oder reagiert mit Bellen, Fiepen oder grobem Spiel, sobald etwas nicht nach seiner Erwartung läuft?
Viele Halter beschreiben dies mit dem Satz: „Mein Hund kann nicht warten.“ Probleme mit Impulskontrolle und Frustrationstoleranz können den Alltag stark belasten und in manchen Situationen auch zu aggressivem Verhalten beitragen.
Verhaltensprobleme bei Sporthunden, Arbeits- und Gebrauchshunden
Sport-, Arbeits- und Gebrauchshunde verfügen häufig über eine hohe Reaktionsbereitschaft, Ausdauer und Motivation. Im Alltag kann es schwierig werden, wenn ein Hund kaum abschalten kann, ständig auf äußere Reize reagiert oder auch außerhalb von Training und Arbeit dauerhaft unter Spannung steht.
Typische Probleme sind ständiges Fiepen oder Bellen, starke Erregung vor dem Training, Ziehen an der Leine, geringe Frustrationstoleranz, impulsives Verhalten oder Schwierigkeiten, zwischen Aktivität und Ruhe zu wechseln. Davon können unter anderem Malinois, Schäferhunde, Hütehunde und Jagdhunde betroffen sein.
Ziel der Beratung ist nicht, Arbeitsfreude oder Leistungsbereitschaft zu unterdrücken. Vielmehr soll der Hund lernen, Erregung besser zu regulieren und auch im Alltag ausreichend Ruhe zu finden.
Spezielle Probleme bei Hunden aus dem Tierschutz
Hunde aus dem Tierschutz können fehlende Erfahrungen, schlechte oder traumatische Erlebnisse mitbringen oder unter ungünstigen Bedingungen aufgewachsen sein. Mögliche Folgen sind Ängste, Unsicherheit, Probleme mit der Stubenreinheit, ausgeprägtes Jagdverhalten oder ein Deprivationssyndrom.
Bei manchen Auslandshunden können zudem Herdenschutzhund-Anteile eine Rolle spielen. Dann können Selbstständigkeit, Wachsamkeit, territoriales Verhalten und Misstrauen gegenüber Fremden stärker ausgeprägt sein.
Emotionale Probleme und Verhaltensänderungen
Hat Ihr Hund einen wichtigen Sozialpartner verloren, etwa eine Bezugsperson oder ein Partnertier? Bei manchen Hunden können solche Verluste zu deutlichem Rückzug, Futterverweigerung, Antriebslosigkeit oder depressiv wirkenden Veränderungen führen.
Auch nach einem Umzug, einer Trennung, einem Besitzerwechsel, der Geburt eines Kindes oder anderen einschneidenden Veränderungen kann sich das Verhalten eines Hundes deutlich verändern. Besonders sensible oder bereits belastete Hunde benötigen dann möglicherweise zusätzliche Unterstützung.
Sexuelle Verhaltensprobleme beim Hund
Reitet Ihr Hund häufig bei Menschen, anderen Hunden oder Gegenständen auf? Aufreiten ist nicht immer rein sexuell motiviert. Auch Erregung, Stress, soziale Konflikte oder erlernte Abläufe können beteiligt sein.
Ebenso können anderes problematisches Sexualverhalten oder ein übermäßiges Bewachen von Welpen im Alltag zu Schwierigkeiten führen.
Lecken, Benagen und Probleme beim Körperpflegeverhalten
Leckt Ihr Hund ständig seine Pfoten, benagt bestimmte Körperstellen, beißt an den Nägeln oder reißt sich Fell aus? Solche Verhaltensweisen können durch Schmerzen, Juckreiz, Allergien oder andere Erkrankungen beeinflusst werden, aber auch eine verhaltensmedizinische Komponente haben.
Je nach Ursache und Verlauf kann sich das Verhalten verfestigen oder in zwanghaftes beziehungsweise stereotypes Verhalten übergehen. Eine frühzeitige Abklärung ist deshalb sinnvoll, bevor körperliche Schäden entstehen oder das Verhalten immer schwerer zu unterbrechen ist.
Verhaltensänderungen beim alten Hund
Wirkt Ihr älterer Hund zunehmend unruhig, ängstlich, reizbar oder desorientiert? Schläft er nachts schlechter, verändert sich sein Tag-Nacht-Rhythmus oder findet er sich in vertrauter Umgebung nicht mehr gut zurecht?
Auch altersbedingte Erkrankungen, Schmerzen, Einschränkungen der Sinnesorgane oder eine kognitive Dysfunktion können sich zunächst durch verändertes Verhalten zeigen.
Hund in der Pubertät
Stellt Ihr Hund Sie während der Pubertät plötzlich vor neue Herausforderungen? Manche Junghunde reagieren in dieser Phase unsicherer, impulsiver oder stärker auf Umweltreize. Bereits vorhandene Probleme mit Angst, Aggression, Frustration, Jagdverhalten oder dem Alleinbleiben können deutlicher werden.
Nicht jede Schwierigkeit in der Pubertät ist eine Verhaltensstörung. Eine Beratung kann dennoch sinnvoll sein, wenn Sie unsicher sind, wie Sie mit dem Verhalten umgehen sollen oder sich die Probleme zunehmend verstärken.
Auch bei Fragen zu Erziehung und Training können Sie sich an mich wenden. Entscheidend ist nicht allein, wie ein Verhalten bezeichnet wird, sondern wodurch es ausgelöst oder beeinflusst wird und wie stark Ihr Hund und Ihr gemeinsamer Alltag dadurch beeinträchtigt sind.
Vor der Terminvereinbarung bespreche ich mit Ihnen, ob und in welcher Form ich Sie bei Ihrem Anliegen unterstützen kann.
Wenn Hundetraining allein nicht ausreicht
Nicht jedes belastende Verhalten ist automatisch eine Verhaltensstörung. Auch normales Hundeverhalten kann in einer bestimmten Lebenssituation zu erheblichen Problemen führen. Umgekehrt können Schmerzen, Erkrankungen oder altersbedingte Veränderungen ein Verhalten auslösen oder verstärken.
Deshalb berücksichtige ich, in welchen Situationen das Verhalten auftritt, wie es sich entwickelt hat und welche emotionalen, gesundheitlichen oder erlernten Faktoren daran beteiligt sein können. Ebenso wichtig ist, wodurch das Verhalten im Alltag weiterhin aufrechterhalten wird.
Vielleicht haben Sie bereits mit mehreren Hundetrainern gearbeitet und viele unterschiedliche Ratschläge erhalten? Doch nichts hat bei Ihrem Hund geholfen? Dann kann eine tierärztliche Verhaltenstherapie für Ihren Hund sinnvoll sein.
Individuelle Verhaltenstherapie für Ihren Hund
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Verhalten Ihres Hundes, möglichen gesundheitlichen Einflüssen und Ihrer Lebenssituation ab.
Unter Ablauf der Tierverhaltenstherapie finden Sie alle wichtigen Informationen – von der ersten Kontaktaufnahme über den Beratungstermin bis zum Therapieplan und zur weiteren Begleitung.
Verhaltenstherapie für Hunde vor Ort und telefonisch
Je nach Fragestellung kann die Verhaltenstherapie im Rahmen eines Hausbesuches oder einer telefonischen Beratung stattfinden. Hausbesuche biete ich im Raum Freising, Erding, München sowie im Münchner Norden und Osten an. Telefonische Beratungen sind deutschlandweit möglich. Wie Sie sich auf den Termin vorbereiten können und wie die Beratung abläuft, erfahren Sie im Ablauf der Tierverhaltenstherapie. Die erforderlichen Unterlagen können Sie direkt im Downloadbereich abrufen. Hinweise zur Abrechnung gemäß GOT finden Sie unter Kosten der Beratung.Termin für eine Verhaltenstherapie anfragen
Schildern Sie mir bitte kurz, welches Verhalten Ihres Hundes Ihnen Sorgen bereitet. Hilfreich sind außerdem Angaben zu Alter, Rasse oder Herkunft, Wohnort und bereits erfolgten Untersuchungen oder Trainingsmaßnahmen.
