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Hunde

Wie spielen Hunde

Das Hundespiel – Spielverhalten von Hunden

Spielen Hunde kann daraus auch Ernst werden. Daher teilen spielende Hunde dem Spielpartner immer wieder mit, dass es sich um Spiel und nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung handelt. Lernen Sie das Spielverhalten Ihres Hundes besser kennen, indem Sie auf typische Spielsignale achten. So können Sie schnell erkennen, ob das Spiel harmonisch ist oder zu kippen droht.

Die typischen Spielsignale

  • Vorderkörper-Tief-Stellung

    spielen hunde vorderkörpertiefstellung

    Eine typische Spielaufforderung unter spielenden Hunden ist eine Körperhaltung mit tief gestelltem Vorderkörper und aufrechtem Hinterkörper. Diese Körperhaltung wird als „play bow“ bezeichnet. Meist wedelt der Hund gleichzeitig mit dem Schwanz und manchmal bellt er auch, um den Partner zum Spiel aufzufordern. Eine solche Spielaufforderung zeigen Hunde manchmal auch gegenüber dem Menschen.

  • Unvorhersehbare Abfolge

    Im Spiel werden Verhaltensweisen in unvorhersehbarer Reihenfolge kombiniert. Spielen Hunde, rollen sie sich z.B. am Boden über den Rücken (Komfortverhalten), rennen dann hinter einem anderen Hund her (Jagdverhalten), knurren, bellen und beißen sanft (Aggressionsverhalten).

  • Ständiger Rollenwechsel

    Während eines Spiels beobachtet man immer wieder einen Rollenwechsel. Der Jäger wird zum Gejagten und nach wenigen Augenblicken wechseln die Rollen erneut. Wird dagegen immer nur ein Partner gejagt, handelt es sich oft nicht um ein ausgeglichenes Spiel. Der Gejagte kann zum Mobbingopfer werden.

  • Darbieten verletzlicher Körperstellen

    Spielen Hunde, werden immer wieder Körperpositionen eingenommen, bei denen besondere Körperstellen ungeschützt angeboten werden. Ein Hund liegt dabei z.B. auf dem Rücken und demonstriert dem Spielpartner die verletzliche Halsunterseite. Häufig beißt der Spielpartner daraufhin auch in das Halsfell, verletzt den Spielpartner aber natürlich nicht.

  • Übertreibungen

    spielen Hunde Spielgesicht

    Mimik und Gesten werden übertrieben schnell oder übertrieben stark gezeigt. So sieht man oft die weit aufgerissenen Mäuler spielender Hunde, die dabei oft auch viele Zähne zeigen. Dennoch sehen diese Gesten nicht aus wie bei tatsächlich aggressiver Absicht. Dafür sind sie viel zu übertrieben. Die starke Übertreibung der Mimik hat auch den Begriff der „Spielgesichter“ geprägt.

  • Wiederholungen

    Verhaltensweisen werden ständig wiederholt. Der Hund lernt so, welche Reaktion dies bei seinem Spielpartner auslöst. Spielt ein Hund z.B. sehr grob und bricht der Spielpartner daher das Spiel regelmäßig ab, lernt der Hund sich künftig besser zu beherrschen und weniger grob zu spielen. Solche Lernvorgänge sind besonders in der Welpenzeit wichtig, wenn der Hund z.B. die Beißhemmung erlernt.

  • Fehlende Endhandlungen

    Im Spiel fehlen typische Endhandlungen. Ein ausgiebiges Jagdspiel wird niemals mit dem Totschütteln des Spielpartners enden. Auch einer drohenden Spielgeste mit Fletschen der Zähne und Runzeln des Nasenrückens wird im Spiel nie eine ernstes Schnappen oder eine angstvolle Flucht folgen.

  • Jederzeit unterbrechbar

    Ein Spiel kann immer von jedem beteiligten Spielpartner unterbrochen werden. Denn sobald ein Spielpartner keine Lust mehr auf das Spiel hat, handelt es sich auch nicht mehr um ein Spiel. Ist ein Spielpartner erschöpft, liegen die miteinander spielenden Tiere oft kurz zur Entspannung nebeneinander oder trinken gemeinsam aus einem Wassernapf. Manchmal kommen Hunde auch schutzsuchend zu ihren Besitzern zurück, wenn der Spielpartner nicht eindeutig versteht, dass das Spiel nun zu Ende ist.

PRAXISTIPP: Spielen Hunde zu rüpelhaft?

Manche Junghunde sind regelrechte Draufgänge und spielen mit ihrem besten Freund – unter Beachtung der typischen Spielsignale – manchmal sehr grobe Spiele. Aber ein besonders raues Spiel ist auf Dauer nicht immer ideal. Spielt der Rüpel immer nur mit einem anderen Rüpel oder mit einem Hund, der sich alles gefallen lässt und niemals erzieherisch einwirkt (das Spiel beendet, mal laut winselt oder kurz drohend schnappt), lernt der Hund nicht, dass er sich womöglich nicht korrekt benimmt. Im Lauf der Zeit entwickelt der Hund eine immer unfreundlichere Art zu spielen und findet immer weniger Spielpartner. Dies kann im weiteren Verlauf zu
Frustration führen. Frustration ist ein häufiger Auslöser für Aggression, v.a. für erlernte Aggression.

Sehr rüpelhaft spielende Junghunde sollten daher auch mit Hunden in Kontakt kommen, die weniger grob spielen und dem Raudi auch gelegentlich und unmissverständlich zeigen, dass er sich nicht alles erlauben kann. Achten Sie daher darauf, dass besonders ihr Welpe und Junghund verschiedenste Spielpartner und so auch ein
breites Repertoire an Spielweisen kennenlernt.

Trotz der aufgehobenen Hierarchien im Spiel, trotz des spielerischen Charakters und dem fehlenden Bezug zum Ernst des Lebens, hat jedes Spiel Grenzen – auch unter Tieren. Denn ein Spiel ist nur solange ein Spiel, wie alle beteiligten Individuen Spaß daran haben!

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Wenn Sie Rat suchen, helfe ich Ihnen als Tierärztin für Tierverhaltenstherapie jederzeit gerne. Die telefonische Tierpsychologie Beratungen biete ich deutschlandweit an. Hausbesuche zu einer Tierverhaltenstherapie sind dagegen nur im Raum München im Rahmen meiner Tierarztpraxis möglich. Auch bei allgemeinen Auskünften zu Verhalten und Erziehung von Hunden oder Katzen sowie zur Tierernährung berate ich Sie gerne telefonisch. Kontaktieren Sie mich am besten per E-Mail. Ich werde mich umgehend bei Ihnen melden. Auf der Webseite meiner Tierarztpraxis können Sie sich vorab über mich und den Ablauf einer Tierverhaltenstherapie informieren.

Literaturempfehlungen
GANSLOßER, U. (2019): Mein Hund – Will er nur spielen?*

Autorin: Maina Raisch, Tierärztin, Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie
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