Hund an Badewanne gewöhnen, Hund baden
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Hund baden – wie Sie Ihren Hund an die Badewanne gewöhnen können

Irgendwann kommt in jedem Hundeleben einmal der Zeitpunkt, an dem der Hund baden muss. Sei es weil er sich in stinkendem Dreck gewälzt hat oder da er ein medizinisches Shampoo* zu Behandlung einer Hauterkrankung verordnet bekommen hat. Doch die Badewanne oder Dusche ist für den Hund
grundsätzlich kein vertrauenserweckender Ort. Daher ist es hilfreich, frühzeitig ein Training zu beginnen, um den Hund an das Baden in der Badewanne oder Dusche zu gewöhnen.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Hilfsmittel Ihnen das Training erleichtern und wie Sie beim Training genau vorgehen können, damit Sie Ihren Hund an die Badewanne gewöhnen können.

Badezimmer ja – Badewanne nein!

Viele Hunde kommen gerne mit ins Badezimmer, wenn Frauchen oder Herrchen sich dort befindet. Der weiche Badezimmerteppich ist gemütlich und der Hund genießt die Anwesenheit des Besitzers. Auch wenn Frauchen oder Herrchen duscht oder badet, stört das kaum einen Hund. Doch wenn der Hund in die Badewanne gebracht wird, ist das Drama oft groß. Viele Hunde strampeln, kratzen, winseln und verkrampfen sich, sobald sie in die Badewanne gehoben werden. Einmal in der Badewanne angekommen, versuchen Hunde, die nicht an das Baden gewöhnt wurden, schnell wieder aus der Badewanne herauszuspringen.

Warum viele Hunde Angst vor Badewanne oder Dusche haben

Dass der Hund Angst vor dem Baden hat, ist nicht unverständlich. Die Badewanne ist eng und rutschig, die Akustik ist anders als normal, es ist nass und unvorhersehbare Dinge geschehen für den Hund. Frauchen oder Herrchen muss sich zum Baden des Hundes über den Hund beugen, was für viele Hunde zunächst einmal bedrohlich ist. Der Raum in der Badewanne oder Dusche ist eng und der Hund kann sich nicht frei bewegen. Plötzlich soll der Hund unbeweglich still stehen – etwas was viel Hunde selbst in einer vertrauen Umgebung nicht auf Kommando können – zumindest nicht über längere Zeit. Daher ist es vollkommen logisch, dass der Hund die Badewanne oder Dusche nicht sehr positiv in Erinnerung behält, wenn er plötzlich und unvorbereitet dort hinein gehoben wird.

Wie kann man den Hund das Baden gewöhnen

Da jeder Hund vermutlich mehrmals in seinem Leben gebadet werden muss, sollte der Hund an das Baden gewöhnt werden. Dabei ist es egal, ob Sie den Hund an die Badewanne gewöhnen oder ob Sie Ihren Hund an die Dusche gewöhnen möchten. Das Vorgehen ist immer gleich.

Wichtigste Voraussetzung für das Baden von Hunden in Badewanne oder Dusche

Eine rutschfeste Unterlage für sicheren Stand

Stellen Sie Ihren Hund niemals auf den blanken Boden der Badewanne oder Dusche! Dieser ist viel zu rutschig für einen Hund, noch dazu, wenn er sich in der Badewanne oder Dusche verkrampft. Sobald der Boden dann auch noch nass ist, ist ein Ausrutschen vorprogrammiert. Ihr Hund kann sich dabei einerseits verletzen. Andererseits wird er durch solche Situationen die Badewanne und Dusche immer als gruseligen Ort in Erinnerung behalten, egal wie viel Sie üben. Kaufen Sie daher unbedingt, bevor Sie mit dem Training starte, eine Badewannenmatte.

Empfehlenswert sind dunkle Matten für die Badewanne oder Dusche. Diese geben dem Hund mehr Sicherheit als durchsichtige Matten. Ein gutes Produkt ist die Tatkraft Secure Badewannenmatte in 40x103cm* für Badewannen. Für die Dusche eignet sich die Tatkraft Detail Haltbar rutschfeste Duschmatte in 60x60cm*. Die Tatkraft Badewannenmatten können Sie von Zeit zu Zeit ach in der Waschmaschine waschen. Dies ist empfehlenswert, da sich bei häufiger Nutzung unter den Saugnäpfen Dreck ansammelt und sich bei schlechter Trocknung Schimmel bilden kann.

Die Schleckmatte – ein grandioses Hilfmittel zum Training

Hund baden Badewanne Leckmatte

Für das Training in der Badewanne ist eine Schleckmatte mit Saugnäpfen ein unglaublich tolles Hilfsmittel. Diese Matten können Sie mit leckerem Nassfutter, mit Leberwurst oder Frischkäse bestreichen und durch die Saugnäpfe an der Badewanne befestigen. Der Hund kann nun mit seiner Zunge das Futter aus den Ritzen und Fugen der Schleckmatte lecken. Dies ist in dreierlei Hinsicht positiv.

  1. Der Hund benötigt zum Auslecken der Matte einige Zeit, wodurch er sich lange mit dem Futter in der Badewanne beschäftigt.
  2. Der Vorgang des Leckens ist beruhigend, ähnlich wie bei einem Schnuller.
  3. Das Lecken ist ideal geeignet, um Stress abzubauen.

Achten Sie beim Kauf der Schleckmatte darauf, dass diesem aus BPA-freiem Material ist. Sie sollte lebensmittelecht sein. Ideal sind hier lebensmittelechte, BPA-freue Silikonmatten. Wichtig ist auch eine wirklich gute Saugkraft, damit die Matte in Position bleibt, auch wenn Ihr Hund mal in die Matte beißt, um schneller an sein Futter zu kommen.

Ich bevorzuge folgende Schleckmatten für das Training

Für große Hunde empfehle ich die 30x30cm große Morfone Leckmatte*. Diese Matte hat zwei Bereiche, die unterschiedlich schwierig zu erarbeiten sind. Die eine Seite hat relativ breite Zwischenräume, so dass der Hund das Futter hier schnell herausschlecken kann. Die Ritzen der anderen Seite sind dagegen etwas schmaler, so dass hier mehr Ausdauer gefordert ist.

Bei mittelgroßen Hunden ist die 20x20cm große Schleckmatte von GUJIN* ideal. Die Ritzen sind bei dieser Leckmatte relativ schmal, so dass der Hund wirklich lange beschäftigt ist.

Für kleinere Hunde eignet sich die kleinere 14,5×14,5 cm große VIKEDI PETS Leckmatte*. Hier ist die Saugkraft ebenfalls hervorragend, die Ritzen sind etwas breiter und das Lecken wird dadurch etwas einfacher.

Für wenig ausdauernde oder extrem ängstliche Hunde empfehle ich Leckmatten mit breiteren Ritzen, so dass das Futter schneller und einfacher erarbeitet wird. In diesem Fall rate ich daher zu den großen Morfone Leckmatte*. Dabei kann der Hund immer zuerst den einfachen Bereich leer schlecken und sich dann eventuell doch noch an den anstrengenderen schmalen Bereich wagen.

Das richtige Futter für die Schleckmatte

Je nachdem, wie gierig oder mäkelig Ihr Hund ist, wie gut sein Appetit auch unter Stress noch ist und ob Ihr Hund unter Allergien oder Unverträglichkeiten leidet, empfehle ich verschiedene Futter für die Leckmatte.

Futter für den gierigen Allesfresser

Ihr Hund inhaliert jedes Futter, das Sie Ihm geben, egal wie gestresst er ist? In diesem Fall können Sie das reguläre Futter ausprobieren. Wenn Sie Nassfutter geben, können Sie dies einfach auf die Matte streichen. Wenn Sie Trockenfutter füttern, weichen Sie davon eine kleine Portion mit heißem Wasser ein, bis es komplett aufgequollen ist. Nun können Sie auch das weiche, aufgequollene Trockenfutter auf die Leckmatte streichen. Wenn dies bei Ihrem Hund keine ausreichende Motivation erzeugt, dann wählen Sie etwas für mäkelige Hunde.

Futter für mäkeligen Hund

Ihr Hund ist grundsätzlich nicht sehr verfressen und eher heikel? Dann sollten Sie keinesfalls sein reguläres Futter für dieses Training verwenden. Damit Ihr Hund wirklich schnell lernt, sollte er auch ein wirklich hochwertiges Futter in der Badewanne erhalten, für das er nahezu alles tun würde.

Der robuste, aber mäkelige Hund

Verträgt Ihr Hund alles, was er frisst, ohne Verdauungsbeschwerden oder Allergien zu bekommen? Dann empfehle ich zunächst  ein Nassfutter ohne Soße und ohne allzu viele Brocken zu verwenden. Dies lässt sich gut auf der Matte auftragen und ist in der Regel sehr hoch im Kurs bei Hunden. Noch höher im Kurs ist in der Regel eine spezielle Leberwurst für Hunde*.

Der ernährungssensible und mäkelige Hund

Ihr Hund ist eher empfindlich was das Futter betrifft? In diesem Fall müssen Sie nach einer verträglichen Nassfuttersorte suchen. Single protein Nassfutter ohne Soße und mit wenigen Fleischstücken sowie mit ausgewählten Kohlenhydratquellen gfür besonders sensible Hunde gibt es von VetConcept: Känguru & Kürbis, Intestinal Ente & Süßkartoffel, Pferd und Pastinake. Für diese Futter benötigen Sie allerdings eine Empfehlung eines Tierarztes. Wenn Sie denken, dass eines dieser Futter für Ihren Hund das richtige ist, nehmen Sie bitte per E-Mail Kontakt zu meiner Tierarztpraxis auf. Alternativ kann ich die Nassfutter von Belcando empfehlen, da diese eine relativ gute Konsistenz zum Streichen in die Leckmatte haben und ausschließlich Fleisch einer Tierarzt sowie keine Kohlenhydrate enthalten: Lamm*, Pferd*, Lachs*, Huhn*. Für ganz besonders empfindliche Hunde ist auch Royal Canin Hypoallergenic Nassfutter* gut geeignet sein.

Das Training: Hund an die Badewanne oder Dusche gewöhnen

Wenig ängstliche Hunde und Welpen ans Baden gewöhnen

Wenn Sie einen Hund haben, der sich relativ problemlos in die Badewanne heben lässt, können Sie direkt mit dem Training in der Badewanne beginnen.

Vorbereitung:

Bestücken Sie zuerst die Leckmatte mit einem wirklich schmackhaften Futter. Bringen Sie die Leckmatte nun am Kopfbereich (der schrägen Seite) der Badewanne an, so dass Ihr Hund diese leicht erreichen kann, wenn er in der Wanne steht. Legen Sie außerdem die Badewannenmatte auf den Boden der Wanne, so dass Ihr Hund einen sicheren Stand hat.

Schritt 1

Nun heben Sie Ihren Hund so in die Wanne, dass er direkt die leckere Matte vor seiner Nase hat und zu lecken beginnt. Warten Sie neben ihm einfach ab und lassen Sie Ihren Hund in Ruhe die gesamte Matte abschlecken. Sie werden merken, wie er sich von Minute zu Minute mehr entspannt. Anfangs ist eventuell der Rücken noch verkrampft, die Rute eingezogen. Doch dies wird sich schnell legen, je länger der Hund am Schlecken ist. Wenn Ihr Hund fertig ist, heben Sie ihn vorsichtig wieder heraus. Wiederholen Sie dies einige Tage. Ihr Hund wird dadurch den Ort Badewanne oder Dusche schnell positiv verknüpfen.

Schritt 2

Irgendwann erreichen Sie schließlich einen Zeitpunkt, an dem sich Ihr Hund schon richtig freut, sobald Sie ihn in die Badewanne heben. Nun könne Sie langsam damit beginnen, den Duschkopf in der Hand zu halten und den Wasserhahn aufzudrehen. Brausen Sie den Hund aber keinesfalls schon ab! Zunächst soll sich der Hund an das laufende Wasser und den Duschkopf in Ihrer Hand gewöhnen. Auch könne Sie nun langsam üben, den Hund rubbelnd zu berühren, so als würden Sie Shampoo einmassieren. Spätestens nach einigen Tagen wird sich Ihr Hund auch von diesen Ablenkungen nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen.

Schritt 3

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie auch vorsichtig über die Füße brausen können. Sobald auch dies ohne Probleme klappt, brausen Sie den Hund ab. Der Hund kann während dessen weiter an der Leckmatte lecken. Selbst wenn Sie nun zum richtigen Waschen mit Shampoo übergehen, wird Ihr Hund sehr wahrscheinlich einfach entspannt weiter an der Schleckmatte lecken und sich pudelwohl fühlen.

Den besonders ängstlichen Hund ans Baden gewöhnen

Schwierig wird es jedoch, wenn Sie den Hund ans Baden gewöhnen möchten, der bereits schlechte Erfahrungen mit der Badewanne gemacht hat und sich vehement wehrt. Dann ist es nicht mehr einfach, den strampelnden und ängstlichen Hund einfach in die Badewanne zu heben, ohne dass man selbst komplett verkratzt ist oder der Hund panisch flüchtet. Daher sollten Sie in diesem Fall langsamer vorgehen.

Vorbereitungsschritt 1

Füttern Sie Ihren Hund zunächst im Badezimmer in der Nähe der Badewanne. Klappt das schon gut, legen Sie die Badewannenmatte über den Rand der Badewanne.  Lernen Sie ihrem Hund nun, dass er seine Vorderfüße auf den Rand der Badewanne stellen soll und füttern Sie ihn in dieser Position. So wird das Berühren der Badewanne  schon einmal etwas vertrauter für Ihren Hund.

Vorbereitungsschritt 2

Ideal ist es, wenn Ihnen eine Hilfsperson beim Training zur Seite steht. Trainieren Sie dann am besten das Hochheben im Badezimmer separat. Viele Hunde lassen sich zwar überall problemlos hochheben, nicht jedoch im Badezimmer, da sie hierbei schon schlechte Erfahrungen mit der Badewanne gemacht haben. Optimal ist es daher, wenn Sie Ihren Hund im Badezimmer auf den Arm heben (ohne ihn in die Badewanne zu stellen) und eine zweite Person füttert den Hund solange.

Wenn Sie beide Vorbereitungsschritte separat üben, werden Sie bald einen entspannten Hund im Badezimmer haben. Nun können Sie ihn auch nach dem Hochheben in der Badewanne absetzen und mit dem oben beschriebenen Training fortfahren.

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe? Der Gang zum Spezialisten
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Autorin: Maina Raisch, Tierärztin, Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie Titelbild von oritslama from Pixabay * Affiliate-Link / Werbung