Futterallergie Hund Juckreiz
Ernährung,  Hunde

Futterallergie Hund – Wenn der sensible Hund das Futter nicht verträgt

Wenn der sensible Hund sein Futter nicht verträgt, wird schnell die Diagnose Futtermittelallergie gestellt. Der Begriff Futtermittelallergie hat sich bereits fest etabliert, doch Futtermittelallergie und Futter-Unverträglichkeit unterscheiden sich.

  1. Futtermittelallergie Hund:
    Symptome werden durch eine Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Ein Allergietest kann Hinweise auf Zutaten geben, die ein Hund verträgt oder lieber meiden sollte.
  2. Futterunverträglichkeit Hund:
    Das Immunsystem spielt bei der Unverträglichkeit keine Rolle. Vielmehr lösen andere Gründe die Beschwerden der Futterunverträglichkeit beim Hund aus.

Symptome einer Futtermittelallergie bzw. Unverträglichkeit von Futter

Zwei Drittel aller Hunde mit einer Futtermittelallergie bzw. Futterunverträglichkeit leiden unter Haut- und Fellproblemen wie Juckreiz, Haarausfall, Krusten. Viel weniger Hunde haben dagegen dermatologische Beschwerden und Verdauungsproblemen gleichzeitig. Vergleichsweise selten (bei etwa 10 % der Hunde mit einer Futtermittelallergie oder Futter Unverträglichkeit) treten ausschließlich Verdauungsprobleme auf. Durchfälle, Blähungen und Erbrechen sind in der Regel auf andere Erkrankungen, eine Futterumstellung, ein Überfressen oder die Aufnahme zu vieler Kohlenhydrate oder Bindegewebe zurückzuführen.

Worauf reagiert der Hund mit Futtermittelallergie?

Getreide wird oft als typischer Auslöser für die Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit von Futter beim Hund genannt. Studien können dies jedoch nicht bestätigen. Ein Hund kann auf jede Zutat mit einer Futtermittelallergie oder Futterunverträglichkeit reagieren.

  • Tierisches Eiweiß (Fleisch, Eier, Milch, Fisch, etc.)
  • Pflanzliche Bestandteile (Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Obst)
  • Mineralfutter oder Ergänzungsfutter
  • Zusätze (Hefe, Kräuter, Algen, …)
  • Fette und Öle.

Für die Auslösung einer Allergie ist insbesondere die Molekülgröße von Bedeutung. Da viele Hunde eine Futtermittelallergie haben, enthält Futter für Hunde oft hydrolysierte Proteine. Diese sind in einzelne Aminosäuren aufgespalten und dadurch so klein, dass sie im Körper nicht mehr allergieauslösend wirken können.

Auslöser der Futtermittelallergie und Futterunverträglichkeit beim Hund erkennen

Unverträgliches Futter wird am besten bei einer Eliminationsdiät erkannt. Dabei bekommt der Hund für einen Zeitraum von 6 Wochen ausschließlich eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle. Idealerweise wählen Sie dazu eine tierische Fleischquelle, die Ihr Hund zuvor noch nie erhalten hat. Ebenso sollte ein Kohlenhydrat gefüttert werden, dass der Hund in seinem Leben noch nicht gefressen hat. Nur so kann ausgeschlossen werden, dass der Hund schon unbemerkt eine Allergie gegen die Zutat entwickelt hat. Konsequenz ist absolut entscheidend bei der Ausschlussdiät. Bereits ein einziges Leckerchen mit unverträglichen Zutaten kann das Ergebnis der Diät leider komplett verfälschen und somit unbrauchbar machen.

Ergebnisse der Eliminationsdiät

Verträgt der Hund die Zutaten, verbessern sich Verdauungsprobleme nach wenigen Tagen. Ohren-, Haut- und Fellprobleme heilen dagegen oft erst nach 2-3 Monaten. Verträgt der Hund eine oder beide Zutaten nicht bzw. werden die Beschwerden nicht von einer Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit von Futter ausgelöst, bleiben die Symptome trotz der Diät bestehen. Ist der Hund klinisch gesund und können keine anderen Ursachen für die Symptome gefunden werden, sollte die Eliminationsdiät noch einmal mit anderen Zutaten wiederholt werden.

Behandlung der Futtermittelallergie beim Hund

Die Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit von Futter beim Hund kann nur behandelt werden, indem auslösendes Futter komplett vermieden wird.

Rückfälle vermeiden

Erhält der Hund versehentlich oder absichtlich auch nur ein einziges Mal ein Futter oder Leckerli, das er nicht verträgt, treten die Beschwerden sofort oder auch zeitverzögert wieder auf!

  • Hautbeschwerden zeigen sich nach etwa 48 Stunden. Sie heilen nach ca. 2 Wochen wieder ab.
  • Verdauungsprobleme treten schon innerhalb von 24 Stunden auf und verschwinden meist nach 2 Tagen wieder.
Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe? Der Gang zum Spezialisten

Wenn alles nichts hilft einfach keine Besserung eintritt, können Sie einen Termin zur Beratung in meiner Tierarztpraxis für Tierverhaltenstherapie vereinbaren. Ich stehe Ihnen telefonisch oder auch persönlich beratend zur Seite.

Auch bei allgemeinen Auskünften zu Verhalten und Erziehung von Hunden oder Katzen sowie zur Tierernährung berate ich Sie gerne telefonisch. Kontaktieren Sie mich am besten per E-Mail. Ich werde mich umgehend bei Ihnen melden. Auf der Webseite meiner Tierarztpraxis können Sie sich vorab über mich und den Ablauf einer Tierverhaltenstherapie informieren.

Autorin: Maina Raisch, Tierärztin, Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie

Bild vomPixabay